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Acryl­stein: Eine güns­ti­ge Alter­na­ti­ve zu Keramik

11.05.2022   |   Aaron Stoffers

Viele aneinander gereite Acrylsteinmsuter in verschiedenen Farben.

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Eini­ge Kunst­stof­fe sind auf den ers­ten Blick nicht als sol­che erkenn­bar. Ihr Äuße­res und ihre Eigen­schaf­ten ähneln denen ande­rer Mate­ria­li­en, was sie für zahl­rei­che Ein­satz­ge­bie­te attrak­tiv macht. Hier­zu zählt auch Acryl­stein, ein Mine­ral­werk­stoff, des­sen Ästhe­tik an Kera­mik erin­nert und ver­gleich­ba­re Cha­rak­te­ris­ti­ka auf­weist. Für den Innen­bau, gera­de in Küche und Bade­zim­mer, ist Acryl­stein eine güns­ti­ge Alter­na­ti­ve zu Kera­mik, mit eini­gen beson­de­re Vorteilen.

Was ist Acrylstein?

Che­misch betrach­tet ist Acryl­stein ein Ver­bund­werk­stoff aus Poly­me­thyl­me­thacry­lat (PMMA bzw. Acryl) und Mine­ral­staub. Die Mine­ra­le sind als Füll­ma­te­ri­al in eine PMMA-Matrix ein­ge­bet­tet, was dem Werk­stoff eine hohe Fes­tig­keit ver­leiht, ähn­lich wie bei Faser­ver­bund­stof­fen. Acryl­stein besitzt eine hohe Här­te und Abrieb­fes­tig­keit, ist poren­frei und nimmt kei­ne Flüs­sig­kei­ten auf, ist also leicht abwaschbar.

Die Eigen­schaf­ten von Acryl­stein sind mit denen von Kera­mik ver­gleich­bar, was das Mate­ri­al zu einer guten Alter­na­ti­ve im Sani­tär­be­reich macht. Auch im Innen­de­sign kommt er häu­fig zum Ein­satz, da er als Kunst­stoff leicht form­bar ist. Zudem sind die ästhe­ti­schen Eigen­schaf­ten von Acryl­stein sehr fle­xi­bel, abhän­gig von den bei­gemisch­ten Mine­ra­len und Pigmenten.

Hinweis 

Acryl­stein ist auch unter ande­ren Bezeich­nun­gen bekannt, wie Mine­ral­guss, Mine­ral­werk­stoff, Kunst­stein oder auch Mar­ken­na­men, wie HI-MACS oder CORIAN. 

Acryl­stein oder Keramik?

Für den End­kun­den sind die Unter­schie­de zwi­schen Acryl­stein und Kera­mik rela­tiv gering. Kera­mik ist zwar etwas robus­ter und lang­le­bi­ger, aber auch deut­lich schwie­ri­ger zu repa­rie­ren. Ris­se oder Krat­zer in Acryl­stein sind mit wenig Auf­wand zu behe­ben. Aus­bes­se­run­gen an Kera­mik muss hin­ge­gen eine Fach­per­son durchführen.

Der wesent­li­che Unter­schied zwi­schen bei­den Mate­ria­li­en betrifft die Ver­ar­bei­tung. Bei der Kera­mik­her­stel­lung wird das Roh­ma­te­ri­al in die gewünsch­te Form gepresst und anschlie­ßend auf­ge­heizt, bis es durch die Sin­te­rung aus­här­tet und sei­ne end­gül­ti­gen Eigen­schaf­ten erhält. Die­ser Pro­zess ist ener­gie­in­ten­siv, was sich in den höhe­ren Fer­ti­gungs­kos­ten von Kera­mik­ar­ti­keln wider­spie­gelt. Die­se sind meis­tens teu­rer als Kunst­stoff­wa­ren.

Zudem ist Kera­mik nach dem Sin­ter­pro­zess nicht mehr umform­bar, was sei­ne Ein­satz­sze­na­ri­en beschränkt. Vor der Sin­te­rung gibt die Grö­ße des Ofens die Gren­zen von Form und Struk­tur des zu fer­ti­gen­den Pro­dukts vor. Was nicht in den Ofen passt, kann auch nicht her­ge­stellt wer­den. Ist die Sin­te­rung abge­schlos­sen, wird das Mate­ri­al starr und kann nicht län­ger ver­formt wer­den. Daher ist Kera­mik für kom­ple­xe Struk­tu­ren oder groß­flä­chi­ge Bau­tei­le eher ungeeignet.

Die Vor­tei­le von Acrylstein

Acryl­stein ist in ers­ter Linie ein Kunst­stoff­pro­dukt und kann fle­xi­bler ver­ar­bei­tet wer­den. Das Mate­ri­al erhält sei­ne Eigen­schaf­ten erst, wenn es voll­stän­dig abge­kühlt ist. Nach dem Auf­hei­zen ist es bieg­sam und kann leicht in eine belie­bi­ge Form gebracht wer­den. Daher ist es unnö­tig, eine Anla­ge (Ofen oder Pres­se) bereit­zu­stel­len, die das fer­ti­ge Pro­dukt in sei­nem vol­len Umfang auf­neh­men kann. Es genügt, die Acryl­stein­plat­ten lokal zu erhit­zen und in die gewünsch­te Form zu bringen.

Wäh­rend der Ver­ar­bei­tung kann das auf­ge­heiz­te Mate­ri­al etwa per Vaku­um in die Form „gesaugt“ wer­den und schmiegt sich prä­zi­se an das Nega­tiv an. Dadurch wird auch für kom­ple­xe For­men kein zwei­tei­li­ges Werk­zeug benö­tigt, eine ein­sei­ti­ge Nega­tiv­form genügt. Die­se kann sogar aus Holz oder einem ande­ren leicht zu ver­ar­bei­ten­den Werk­stoff bestehen, da nur wenig Abrieb oder Belas­tung auf die Form wirkt. Aus die­sem Grund ist die Fer­ti­gung von Acryl­stein­pro­duk­ten ver­gleichs­wei­se güns­tig.

Zudem las­sen sich Acryl­stein­bau­tei­le leicht aus meh­re­ren Kom­po­nen­ten zusam­men­fü­gen. Die Kom­po­nen­ten wer­den an den Kon­takt­stel­len mit­ein­an­der ver­schmol­zen, wäh­rend die ent­ste­hen­den Fugen voll­stän­dig ver­schlos­sen und auf­po­liert wer­den kön­nen. Dadurch wirkt die Ober­flä­che der Pro­duk­te wie aus einem Guss.

Neben der Optik hat die fugen­lo­se Ver­ar­bei­tung auch prak­ti­sche Vor­tei­le. Spal­ten und Zwi­schen­räu­me sind in der Regel schlecht zu rei­ni­gen und zu des­in­fi­zie­ren. Daher ist Acryl­stein im Gesund­heits­be­reich als Mate­ri­al für Möbel und Arbeits­plat­ten sehr beliebt. Sei­ne fugen­lo­se Ober­flä­che ist leich­ter keim­frei zu hal­ten als ver­gleich­ba­re Werkstoffe.

Was die Hap­tik angeht, fühlt sich Acryl­stein deut­lich wär­mer an als Kera­mik oder Tie­fen­ge­stei­ne wie Gra­nit. Deren Ober­flä­che wirkt bei Berüh­rung immer recht kühl, wodurch sie für Kom­fort­be­rei­che weni­ger geeig­net sind. Acryl­stein ver­mit­telt im Gegen­satz dazu ein ange­neh­me­res Gefühl.

Hin­zu kom­men ästhe­ti­sche Vor­tei­le. Da Acryl­stein kein Natur­pro­dukt ist, bie­tet er mehr Fle­xi­bi­li­tät bei der opti­schen Gestal­tung. Far­ben und Mus­ter kön­nen aus einer gro­ßen Anzahl ver­füg­ba­rer Vari­an­ten gewählt wer­den, die kaum Kos­ten­un­ter­schie­de auf­wei­sen. Bei natür­li­chen Mate­ria­li­en ist die Aus­wahl dage­gen begrenzt. Hier bestim­men die Abbau­ge­bie­te die Ver­füg­bar­keit und den Preis der gewünsch­ten Optik. Eine sel­te­ne Natur­stein­va­ri­an­te ist zum Bei­spiel deut­lich teu­rer und schwe­rer zu beschaf­fen als die Stan­dard­op­tio­nen. Bei Acryl­stein spielt die­ser Fak­tor dage­gen eine unter­ge­ord­ne­te Rolle.

Fazit

Acryl­stein ist ein fle­xi­bler Werk­stoff, der ähn­li­che Eigen­schaf­ten wie Kera­mik oder Natur­stein auf­weist, aber deut­lich güns­ti­ger in der Her­stel­lung und leich­ter zu ver­ar­bei­ten ist. Da es sich bei Acryl­stein um einen Kunst­stoff han­delt, ist das Mate­ri­al sehr fle­xi­bel ein­setz­bar und eig­net sich für ver­schie­de­ne Anwen­dungs­fäl­le auch außer­halb von Küche und Bade­zim­mer. Gera­de Unter­neh­men ent­de­cken Acryl­stein mehr und mehr für sich, denn der Werk­stoff ermög­licht hoch­wer­ti­ge Desi­gnele­men­te und Wand­ver­klei­dun­gen zu einem ver­gleichs­wei­se gerin­gen Preis.

White­pa­per:
Gum­mi und Kunst­stoff in der moder­nen Landtechnik

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Portraitfoto des Mitarbeiters Aaron Stoffers.

Autor: Aaron Stoffers

Aaron Stoff­ers hat an der Hoch­schu­le Han­no­ver dual Maschi­nen­bau stu­diert und spä­ter ein Mas­ter­stu­di­um in BWL absol­viert. Seit 2019 ist er bei der Jae­ger Mare Solu­ti­ons als Pro­jekt­ma­na­ger im Bereich Off­shore-Wind­ener­gie tätig.

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