JÄGER Busi­ness Blog

Lie­fe­ran­ten­in­te­gra­ti­on im Bereich Gum­mi und Kunst­stoff – bes­ser zusammenarbeiten

05.01.2022  |  Ralf Aumann

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Die siche­re Ver­sor­gung mit Roh­stof­fen und Vor­pro­duk­ten ist ein wich­ti­ger Erfolgs­fak­tor für jedes pro­du­zie­ren­de Unter­neh­men. Ob dies gelingt, hängt vor allem davon ab, wie gut die Orga­ni­sa­ti­on mit ihren Lie­fe­ran­ten zusam­men­ar­bei­tet. Je enger bei­de Sei­ten ver­netzt sind, des­to effek­ti­ver ist die Koope­ra­ti­on. Ins­be­son­de­re in der aktu­el­len Pan­de­mie­si­tua­ti­on ist die Lie­fe­ran­ten­in­te­gra­ti­on daher ein gro­ßes Thema. 

Lie­fe­ran­ten­in­te­gra­ti­on in der Produktentwicklung

Lie­fe­ran­ten in For­schung und Ent­wick­lung ein­zu­be­zie­hen hat eini­ge Vor­tei­le. Zum Bei­spiel kann das Unter­neh­men sicher­stel­len, dass alle Kom­po­nen­ten sei­ner Pro­duk­te fer­ti­gungs­ge­recht kon­stru­iert sind. Ins­be­son­de­re bei Gum­mi- und Kunst­stoff­tei­len ist dies rele­vant, da nur weni­ge Konstrukteur:innen in die­sem Bereich Erfah­run­gen haben.

In der Pra­xis gibt es ver­schie­de­ne Inte­gra­ti­ons­an­sät­ze, abhän­gig vom Pla­nungs­ho­ri­zont der Produktentwicklung:

Tipp 

Früh­zei­ti­ger Kon­takt ist in der Regel für bei­de Sei­ten zu bevor­zu­gen, da Kri­sen­si­tua­tio­nen mit knap­pen Dead­lines somit ver­mie­den wer­den. Lei­der unter­schät­zen eini­ge Fer­ti­gungs­un­ter­neh­men nach wie vor die Kom­ple­xi­tät von Gum­mi- und Kunst­stoff­tei­len und  wen­den sich zu spät an ihre Lie­fe­ran­ten.

Tech­ni­sche Integration

Die Zei­ten, in denen Unter­neh­men Bestel­lun­gen per Fax auf­ge­ge­ben haben, sind größ­ten­teils vor­bei. Heut­zu­ta­ge gehen fast alle Auf­trä­ge elek­tro­nisch bei Lie­fe­ran­ten ein. Aller­dings gibt es Unter­schie­de hin­sicht­lich der Integrationstiefe. 

Pro­zess­in­te­gra­ti­on im Einkauf

Die wohl häu­figs­te pro­ze­du­ra­le Inte­gra­ti­on im Ein­kauf von Gum­mi- und Kunst­stoff­kom­po­nen­ten ist die Nut­zung von Rah­men­ver­trä­gen. Hier­bei ver­pflich­tet sich der Anbie­ter, dem Kun­den in einem gewis­sen Zeit­raum eine abge­spro­che­ne Men­ge an Waren zu den ver­ein­bar­ten Kon­di­tio­nen zur Ver­fü­gung zu stel­len. In der Pra­xis gibt es zwei Optio­nen, Rah­men­ver­trä­ge umzu­set­zen:

Zusam­men­ar­beit in der Logistik

In der Logis­tik zielt die Lie­fe­ran­ten­in­te­gra­ti­on vor allem dar­auf ab, Rei­bungs­ver­lus­te zu redu­zie­ren, sodass Mate­ria­li­en und Kom­po­nen­ten schnel­ler dort ankom­men, wo sie benö­tigt wer­den. Ein wich­ti­ger Ansatz­punkt ist die Kom­mis­sio­nie­rung. Lie­fert der Anbie­ter Waren in Ver­pa­ckungs­ein­hei­ten, die dem geplan­ten Ver­brauch des Kun­den in einem gewis­sen Zeit­ab­schnitt ent­spre­chen, ent­fällt für die­sen das Umfül­len und Sor­tie­ren. Dies redu­ziert nicht nur den zeit­li­chen Auf­wand für das Lager­per­so­nal, son­dern auch die Men­ge an Ver­pa­ckungs­müll. 

Weiß der Anbie­ter bei­spiels­wei­se, wie viel Mate­ri­al der Kun­de für einen durch­schnitt­li­chen Fer­ti­gungs­auf­trag ver­braucht, kann er die ent­spre­chen­den Arti­kel­men­gen vor­kom­mis­sio­nie­ren und in Klein­la­dungs­trä­ger fül­len, wie sie auch in der Werks­hal­le des Auf­trag­ge­bers zum Ein­satz kom­men. Die­ser kann die Kis­ten direkt von der gelie­fer­ten Palet­te neh­men und wei­ter­ver­ar­bei­ten. Die Zwi­schen­schrit­te des Umfül­lens und Sor­tie­rens entfallen.

Beson­der­hei­ten bei Gum­mi und Kunststoff

Was Elas­to­mer-Kom­po­nen­ten angeht, soll­ten sich Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men klar­ma­chen, dass Gum­mi­mi­schun­gen nur begrenzt lan­ge halt­bar sind. Nach etwa vier Wochen fängt das Mate­ri­al an zu über­al­tern und ver­liert einen Teil sei­ner Eigen­schaf­ten. Zusätz­lich besteht das Risi­ko einer Vor­vul­ka­ni­sie­rung, wenn die Tem­pe­ra­tur­vor­ga­ben beim Trans­port nicht ein­ge­hal­ten wer­den. 

Infol­ge­des­sen sind die Lie­fer­ket­ten im Bereich Gum­mi etwas fra­gi­ler als es bei ande­ren Mate­ria­li­en der Fall ist. Ter­min­ge­rech­te Lie­fe­run­gen sind in die­sen Bran­chen umso wich­ti­ger, da sie kei­nen Puf­fer lang­fris­tig auf Lager hal­ten kön­nen. Kommt es zu Lie­fer­schwie­rig­kei­ten ein­zel­ner Kom­po­nen­ten einer Gum­mi­mi­schung, gera­ten schnell die Lie­fer­ter­mi­ne der fer­ti­gen Kom­po­nen­te in Gefahr. Dies kann sich sogar auf meh­re­re Zulie­fe­rer bezie­hen, falls es sich um eine sel­te­ne Kom­po­nen­te han­delt, die nur weni­ge Anbie­ter im Sor­ti­ment haben. Daher ergibt es für Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men Sinn, Red­un­dan­zen in ihrer Sup­ply Chain vor­zu­hal­ten und im Zwei­fels­fall meh­re­re Gum­mi­mi­schun­gen frei­zu­ge­ben, damit sie auf Stö­run­gen fle­xi­bler reagie­ren können.

Fazit

Es gibt vie­le Wege, eine enge­re Inte­gra­ti­on mit Lie­fe­ran­ten zu errei­chen, von tech­ni­schen Schnitt­stel­len über Rah­men­ver­trä­ge im Ein­kauf bis hin zu gemein­sa­men Ent­wick­lungs­pro­jek­ten. Syn­er­gie­ef­fek­te errei­chen Fer­ti­gungs­un­ter­neh­men jedoch erst, wenn sie die­se Ansät­ze kom­bi­nie­ren und mit Zulie­fe­rern Hand in Hand arbei­ten. Die­se Art des Lie­fe­ran­ten­ma­nage­ments ist zwar etwas auf­wän­di­ger, doch die Vor­tei­le loh­nen sich – gera­de in Krisenzeiten. 

White­pa­per:
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Autor: Ralf Aumann

Ralf Aumann lei­tet bei Jäger den Bereich Sup­ply Chain Manage­ment. Der stu­dier­te Pro­duk­ti­ons­tech­ni­ker und Maschi­nen­bau­er trat dem Unter­neh­men 2010 nach meh­re­ren Sta­tio­nen in der Auto­mo­bil­in­dus­trie bei. 

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