JÄGER Busi­ness Blog

Nach­hal­ti­ge Gum­mi­her­stel­lung bei Jäger Gum­mi und Kunststoff

03.11.2022   | Rebec­ca Goetze

Fließband für Personalcomputer, Herstellungsprozess.

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Ange­sichts des fort­schrei­ten­den Kli­ma­wan­dels sind wir bei Jäger Gum­mi und Kunst­stoff schon seit Jah­ren dar­auf bedacht, unse­ren CO2-Fuß­ab­druck so weit wie mög­lich zu redu­zie­ren. In einer ener­gie­in­ten­si­ven Bran­che wie der Gum­mi­pro­duk­ti­on sind die­sen Bemü­hun­gen zwar Gren­zen gesetzt. Trotz­dem konn­ten wir in Zusam­men­ar­beit mit unse­rer Schwes­ter­fir­ma Arte­mis, die uns als inter­ner Pro­duk­ti­ons­part­ner unter­stützt, beacht­li­che Erfol­ge erzie­len. In die­sem Blog­bei­trag wol­len wir vor­stel­len, mit wel­chen Maß­nah­men uns dies gelun­gen ist. 

Ana­ly­se des Energieverbrauchs

Vor­aus­set­zung für eine erfolg­rei­che Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie ist eine aus­führ­li­che Wis­sens­ba­sis. Daher haben wir zunächst unter­sucht, wel­che Unter­neh­mens­be­rei­che wie viel Ener­gie ver­brau­chen. Im Zuge des­sen konn­ten wir sechs gro­ße Ener­gie­ver­brauchs­grup­pen identifizieren:

Die­se Ana­ly­se bil­de­te die Grund­la­ge, um unse­re ener­ge­ti­sche Aus­gangs­ba­sis zu bestim­men – eine Gegen­über­stel­lung des Inputs, auf­ge­spal­ten in Ener­gie­trä­ger, und des Out­puts, also des Ener­gie­kon­sums pro Ver­brauchs­stel­le. Die pri­mä­ren Ener­gie­trä­ger bzw. ‑arten der Fir­ma Jäger sind Erd­gas, Heiz­öl und Strom. Dem gegen­über ste­hen fol­gen­de Ver­brauchs­stel­len bei Artemis:

Anhand unse­rer Ana­ly­se konn­ten wir den Ener­gie­ver­brauch sowie den CO2-Aus­stoß pro ver­ar­bei­te­tem Kilo­gramm Gum­mi­mas­se berech­nen. Das Ergeb­nis haben wir als Ist-Zustand ange­nom­men sowie als Kenn­zahl, um die Effek­ti­vi­tät unse­rer Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men zu bewerten.

Getrof­fe­ne Maß­nah­men zur Energieeffizienzsteigerung

Auf Basis der Ver­brauchs­ana­ly­sen haben wir eine Rei­he von Opti­mie­rungs­maß­nah­men iden­ti­fi­ziert und umge­setzt. Eini­ge davon waren tech­ni­scher Natur, ande­re betra­fen eher orga­ni­sa­tio­na­le Faktoren.

Ener­gie­ge­win­nung

Unse­re ers­te Opti­mie­rungs­maß­nah­me bestand dar­in, den Ener­gie­trä­ger zu wech­seln. In der Ver­gan­gen­heit gewann Jäger Wär­me­en­er­gie haupt­säch­lich aus Erd­öl. Mitt­ler­wei­le sind wir größ­ten­teils auf Erd­gas umge­stie­gen, wel­ches einen deut­lich gerin­ge­ren CO2-Aus­stoß aufweist.

Zur Info: 

Ange­sichts der geo­po­li­ti­schen Lage ist die­se Maß­nah­me nicht in Stein gemei­ßelt. Da wir die Mög­lich­keit haben, sowohl Gas als auch Erd­öl zu ver­wen­den, ist auch ein hybri­der Ener­gie­mix denkbar. 

Beleuch­tung

Par­al­lel haben wir unse­re Beleuch­tung saniert. Statt HQL-Leuch­ten ver­wen­den wir nun aus­schließ­lich LED-Lam­pen. Die­se sind zum Teil mit einer Tages­licht­sen­so­rik aus­ge­stat­tet, die den Ener­gie­ver­brauch auf das Not­wen­digs­te redu­ziert. Dadurch konn­ten wir den Ener­gie­auf­wand für die Beleuch­tung um 70 Pro­zent reduzieren.

Däm­mung

Als Nächs­tes befass­ten wir uns mit dem The­ma Form­iso­lie­rung und Wär­me­däm­mung. Zu die­sem Zweck stat­te­ten wir den Groß­teil unse­rer Injec­tion-Mol­ding-For­men mit Iso­lier­schich­ten aus und ver­bes­ser­ten die maschi­nen­sei­ti­ge Iso­lie­rung, damit die For­men kei­ne Wär­me mehr an den Maschi­nen­rah­men abge­ben. In Kom­bi­na­ti­on haben die­se Maß­nah­men den Ener­gie­auf­wand pro Qua­drat­me­ter Form um 1,4 kW reduziert.

Iso­lier­te Werk­zeug­form in der Produktion

Antriebs- und Steuerungstechnik

Auch die Antriebs- und Steue­rungs­tech­nik war Gegen­stand unse­rer Opti­mie­rungs­maß­nah­men. So ver­wen­den unse­re Spritz­guss­an­la­gen nun kei­ne kon­ven­tio­nel­len Hydrau­lik­mo­to­ren und ‑pum­pen mehr, son­dern eine Kom­bi­na­ti­on klei­ne­rer Ser­vo­mo­to­ren, die im Sin­ne einer bedarfs­ge­rech­ten Ser­vo­hy­drau­lik alle ein­zeln ange­spro­chen wer­den können.

Wo es ging, haben wir Fre­quenz­um­rich­ter nach­ge­rüs­tet und ener­gie­ef­fi­zi­en­te­re Antrie­be ein­ge­setzt. Neue Moto­ren dür­fen einer inter­nen Richt­li­nie zufol­ge nicht schlech­ter als IE3 sein.

Unse­re Bestands­an­la­gen haben wir mit Pha­sen­an­schnitt­reg­lern aus­ge­stat­tet, die bei Nied­rig­last- oder Leer­lauf­pha­sen die Leis­tung der Maschi­ne kurz­fris­tig dros­seln und dadurch den Ener­gie­ver­brauch sen­ken. Dies ist beson­ders bei lan­gen Heiz­pha­sen rele­vant und führ­te zu einer Ener­gie­ein­spa­rung von ca. 10 Prozent.

Redu­zie­rung von Energieverlusten

Ein gro­ßes The­ma war und ist die sys­te­ma­ti­sche Schwach­stel­len­über­prü­fung. Wir haben alle unse­re Maschi­nen und Anla­gen dar­auf unter­sucht, ob irgend­wo Ener­gie ver­lo­ren geht. Dies umfass­te unter ande­rem mög­li­che Druck­luftle­cka­gen, Schwach­stel­len in Däm­mungs­be­rei­chen sowie eine Über­prü­fung von Dampfar­ma­tu­ren mit­tels Schall­mes­sung. Die iden­ti­fi­zier­ten Lecka­gen oder Beschä­di­gun­gen wur­den anschlie­ßend von unse­rer Instand­hal­tung besei­tigt. Hier­bei han­delt es sich um einen kon­ti­nu­ier­li­chen Pro­zess, den wir stets weiterführen.

Prü­fung auf Lecka­ge in der Produktion

Orga­ni­sa­tio­na­le Maßnahmen

Auf orga­ni­sa­tio­na­ler Ebe­ne haben wir vor allem ein abtei­lungs­über­grei­fen­des Bewusst­sein für ener­gie­ef­fi­zi­en­tes Arbei­ten geschaf­fen. So haben wir nun ein inter­dis­zi­pli­nä­res Ener­gie­team, dem Vertreter:innen aller ener­giere­le­van­ten Berei­che sowie der Geschäfts­füh­rung ange­hö­ren. Die­ses Team kommt regel­mä­ßig zusam­men und bespricht Opti­mie­rungs­po­ten­zia­le sowie mög­li­che Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men. Zudem haben wir ein betrieb­li­ches Vor­schlags­we­sen eta­bliert, das es Mitarbeiter:innen ermög­licht, Ideen zum Ener­gie­spa­ren einzureichen.

Fazit

Mit­hil­fe der beschrie­be­nen Maß­nah­men ist es uns gelun­gen, zwi­schen 2012 und 2020 mehr als 2.000 Ton­nen CO2 ein­zu­spa­ren. Zudem konn­ten wir in der glei­chen Zeit den Ener­gie­ver­brauch pro her­ge­stell­tem Kilo­gramm Gum­mi um 20 Pro­zent reduzieren.

Dadurch leis­ten wir nicht nur unse­ren Bei­trag zur Bekämp­fung des Kli­ma­wan­dels, son­dern redu­zie­ren oben­drein unse­re Ener­gie­kos­ten – ein Vor­teil, den wir auch an unse­re Kun­den wei­ter­ge­ben. Bei­spiels­wei­se sind wir weni­ger stark von Preis­schwan­kun­gen auf den Ener­gie­märk­ten betrof­fen und müs­sen daher stei­gen­de Kos­ten auch nicht voll­stän­dig an unse­re Kun­den weitergeben.

White­pa­per:
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/products/plastics/plastic-solutions/plastic-molded-parts/

Autorin: Rebec­ca Goetze

Rebec­ca Goe­t­ze hat Wirt­schafts­in­ge­nieur­we­sen an der Leib­niz Uni­ver­si­tät Han­no­ver mit dem Schwer­punkt Pro­duk­ti­ons­tech­nik stu­diert und ist seit 2019 stra­te­gi­sche Lei­te­rin des Ein­kaufs bei Arte­mis. Par­al­lel ist sie seit 2012 auch Ener­gie­ma­nage­ment­be­auf­trag­te des Unternehmens. 

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